Ännet! - Eine Theatertrilogie

Die Limmat - trennt und verbindet Baden und Ennetbaden

Inhaltliche Grundlage:
Eine Trennung

- 2019 jährt es sich zum 200. Mal, dass die Kantonsregierung beschloss, Ennetbaden von Baden zu trennen und zu einer eigenen Gemeinde zu machen.

- Bis 1819 war Ennetbaden keine eigene Gemeinde, sondern in einem eigenartigen Verhältnis ein Teil der Stadt Baden. Die Besitzer der Badehöfe am Flussufer beispielsweise besassen das Bürgerrecht von Baden, die Mehrheit der übrigen Einwohner aber waren «Gotteshausleute» des Klosters St. Blasien. Speziell: Ennetbaden unterstand steuerlich dem Amt Siggenthal – aber gleichzeitig der Gerichtsbarkeit der Stadt.

- Doch bald zogen die Badener auch in Ennetbaden Steuern ein. Als gleichberechtigt galten die Bewohner Ennetbadens trotzdem erst ab 1798, als die Badener Gemeindeversammlung unter dem Druck der Franzosen die Gleichstellung der Ennetbadener verkündete.

- Der Ennetbadener Coelestin Wetzel sass zwar zuerst im Munizipalrat und ab 1803 im Stadtrat, durfte aber nicht mitbestimmen. Das konnte Wetzel auch als Grossrat des neuen Kantons Aargau nicht ändern.

- Die Ennetbadener blieben bloss Bürger zweiten Ranges. Baden wiederum beklagte sich über die mangelnde Steuerdisziplin der Ennetbadener.

- Das Fass zum Überlaufen brachte schliesslich eine Weigerung der Ennetbadener im Jahr 1816: sie wollten der Stadt Baden keine Polizeisteuer bezahlen. Baden wurde beim Kanton zweimal vorstellig und begehrte schliesslich, den Dorfteil Ennetbaden von der Stadt loszutrennen.

- Im Antrag hiess es unter anderem, Ennetbaden erleide dadurch keine Kränkung und habe nichts Wesentliches zu verlieren, dürfe vielmehr seine Geschicke selber bestimmen. Fast zynisch mutet die Formulierung im Antrag auf Trennung der Satz «als Pfand ihrer alten Freundschaft, nachbarlichen Liebe und Achtung» sei die Stadt bereit, der neuen Gemeinde zur Gründung eines eigenen Armenfonds 10’000 Franken zu entrichten.

- Mit diesem Antrag lancierte die Stadt Baden einen Scheidungskrieg. Mit einem Gegenantrag versuchten die Ennetbadener (C. Wetzel, Stadtrat J. Herzog, J. B. Herzog und K. J. Brunner) mit der Hilfe eines Brugger Advokaten (J. Vögtlin) die Trennung zu verhindern oder aus der Scheidung wenigstens viel Geld heraus zu schlagen.

- Das gelang nicht. Zwar ordnete der Kleine Rat des Kantons (heute Regierungsrat) an, dass die Stadt der neuen Gemeinde noch 5'000 Franken mehr zu zahlen hatte, was aber viel weniger war als erhofft.

- Am 22. Dezember 1819 wurde der Antrag der Badener gut geheissen und Ennetbaden zu einer selbständigen Gemeinde.

Der Autor

Paul Steinmann

... ist ein Allrounder: Der gebürtige Freiämter entwickelt Theaterstücke, arbeitet bei theaterpädagogischen Projekten mit und führt selbst Regie. Als Theaterautor ist er in vielen Genres zuhause. Paul Steinmann realisiert Kinder- und Jugendtheaterstücke, schreibt für professionelle Projekte und unterstützt als Coach KabarettistInnen beim Entwickeln ihrer Bühnenprogramme. Weit über hundert Theaterstücke sind so im Laufe seiner Autoren-Karriere zusammen gekommen, von denen ein Teil im Elgg-Verlag Belp und in TheaterStückVerlag München verlegt sind.

In den letzten Jahren hat sich Paul Steinmann vermehrt dem Schreiben von Freilichtspielen – oft mit historischer Grundlage – zugewandt.
Und auch im Radio ist der wortgewandte Autor präsent: Lange machte er auf SRF 1 Satire («Zweierleier» von 1995 und 2005); seit 2001 sind dort regelmässig seine «Morgengeschichten» zu hören.
Bevor er seine vielfältigen Interessen für das Theater und das Schreiben von Geschichten in vollen Zügen auszuleben begann, studierte Paul Steinmann Theologie.

 

www.paulsteinmann.ch